YESMONDSCHEIN
Die Geschichte von YESMONDSCHEIN beginnt mit einer Erinnerung, die vom Duft von Brot und der Haptik von Holz durchdrungen ist. Der Gründer der Marke wuchs mit seinem Großvater in einer bayerischen Tischlerei auf. In der Werkstatt seines Großvaters stapelten sich die Holzspäne, und in der Luft lag der zarte Duft von Walnuss. An der Wand hing ein vierzig Jahre alter Hobel mit auf Hochglanz poliertem Griff. In der Vitrine im Wohnzimmer stand stets ein von seinem Großvater gefertigtes Holzbesteckset. Die Gabeln hatten Zinken im Abstand von genau zwei Zentimetern, die Teller hatten gleichmäßig polierte Kanten und die Griffe waren mit zarten Lorbeerkränzen verziert. „Ein guter Gegenstand sollte wie eine deutsche Uhr sein: Präzision, verborgen in Wärme“, sagte sein Großvater oft.
Jedes Jahr zu Weihnachten nahm ihr Großvater sie mit zum Basteln von Weihnachtsschmuck aus Holz. Er brachte ihr bei, mit einem kleinen Schnitzmesser Sterne in Holz zu schnitzen. „Schau, jeder Schnitt sollte gleich tief sein, damit die Sterne symmetrisch sind; aber lass am Ende eine ungleichmäßige Spur; das ist die Wärme des Lebens.“ Eines Winters gab es in Bayern ungewöhnlich viel Schneefall, und die Keramikschüsseln der Familie waren gefroren und gesprungen. Ihr Großvater fand den Ton und brachte ihr bei, neue zu basteln. „Keramik muss bei 1.300 °C gebrannt werden, um hart zu werden. Innen sollte jedoch eine dünne Glasurschicht zurückbleiben, damit die heiße Suppe nicht anbrennt.“ Diese handgewärmten Keramikschüsseln wurden zu ihren wertvollsten Kindheitsgeschenken. Später studierte sie Industriedesign in Berlin und arbeitete nach ihrem Abschluss in einem Kaufhaus. Sie stellte jedoch fest, dass vielen Kaufhausartikeln deutsche Handwerkskunst oder die Wärme des Lebens fehlten. „Ein deutsches Kaufhaus sollte unsere Jahreszeiten verstehen – es sollte Erdbeeren im Frühling, Bier im Sommer, Brot im Herbst und heiße Suppe im Winter anbieten können.“
Also nahm sie 2019 das Holzgeschirr ihres Großvaters und bereiste Deutschlands Handwerksgemeinschaften – von einer Tischlerei im Schwarzwald, wo sie Handwerkern bei der Herstellung von Kuckucksuhren nach traditionellen Techniken zusah, über ein Berliner Töpferdorf, wo sie lernte, Töpferwaren mit natürlichem Ton zu brennen, bis hin zu einer Hamburger Textilfabrik, wo sie von erfahrenen Webern das Leinenweben lernte. Gemeinsam mit einem Team aus jungen Designern und erfahrenen Kunsthandwerkern verwandelte sie die „Lebensphilosophie“ ihres Großvaters in das ursprüngliche Ziel von YESMONDSCHEIN: Alltagsgegenstände zu schaffen, die „die Wärme des deutschen Alltags verkörpern“, statt protzige Zurschaustellung zu sein.